Nebenlauf Linnenbeeke, Vlotho, südl. Hohenhauser Straße : Aufweitung und Teilverlegung
Kommune / Auftraggeber:
Die Maßnahme wurde von der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Herford südlich der Hohenhauser Straße im südlichen Teil der Stadt Vlotho (Kreis Herford) angeregt und umgesetzt.
Gewässer:
Nebenlauf (1.4.2) der Linnenbeeke (GWK 4667242) , Stationierung 0,3 bis 0,5.
Art der Maßnahme:
Der Nebenlauf der Linnenbeeke erstreckt sich über eine Länge von etwa 800 Metern. Der Maßnahmenbereich befindet sich entlang einer Teichanlage im Bereich der Stationierung 0,3 bis 0,5 in einem Landschaftsschutzgebiet. Teile des Bachlaufs wurden verlegt und die Dammkronen der Teiche stabilisiert.
Umsetzung:
01.10.2025 – 18.11.2025
Einleitung:
Der Nebenlauf der Linnenbeeke verlief in diesem Abschnitt, vor der Maßnahme, begradigt und tief eingeschnitten parallel zur Teichanlage. Das Gewässerbett war in weiten Teilen durch große Findlinge eingefasst, so dass der Bach sich nicht eigendynamisch entwickeln konnte (Foto1). Der Damm zu den Teichanlagen war stark beschädigt, da er mit Nadelgehölzen bewachsen war, die bei Starkwindereignissen umgestürzt sind. Die bereits vorkommenden, bachbegleitenden Pflanzenarten sind Indikatoren für die hohe Wasserqualität und die naturnahe Struktur des Gewässers.
Foto 1: Der Nebenlauf vor Beginn der Maßnahme.
Ziel und Umsetzung der Maßnahme:
Der, durch Aufweitungen (Foto2), teilverlegte und nicht mehr eingefasste Bachlauf soll sich gemäß dem gewässertypischen Leitbild zukünftig naturnah und eigendynamisch entwickeln. Der Tiefenerosion wird so entgegengewirkt. Die vorhandenen Findlinge wurden gezielt gewässertypisch wieder eingebaut, um z.B. Bermen (vielfältige Übergangsbereiche zwischen Wasser und Land) zu stabilisieren (Foto3).

Foto 2: Aufweitungen

Foto 3: Initiierung der eigendynamischen Entwicklung
Diese Aufweitungen und die Arbeiten an der Dammkrone bzw. der Teichanlage stellten das Team vor folgende Herausforderungen:
1. Die Höhen (Foto 4):
Auch bei hohen Niederschlägen bzw. bei hohen Wasserständen dürfen Bachlauf und Teichanlage nicht ineinander übergehen.

Foto 4: Messung der Höhen
2. Der Damm (Foto 5 und 6):
Im Rahmen der Stabilisierung bzw. Verbreiterung der Dammkrone wurden die Teiche entschlammt. Sie sind durch Überlaufgerinne miteinander verbunden und dienen zukünftig als Amphibiengewässer.

Foto 5: Verbreiterung des Dammes

Foto 6: Der neu modellierte Teich
3. Die Sohlgleite (Foto 7):
Aufgrund eines Höhenunterschiedes wurde eine Sohlgleite aus Wasserbausteinen angelegt, um die Durchgängigkeit des Gewässers zu gewährleisten. Diese wird üblicherweise trocken gebaut, d.h. der Bach wird temporär umgeleitet.

Foto 7: Bau der Sohlgleite
4. Das Wetter (Foto 8):
Wie man sieht erfolgten die Arbeiten im Herbst. Dennoch ließ sich die Maßnahme bis auf wenige Tage gut umsetzen.

Foto 8: Herbstlaub