Vlotho

Forellenbach, Bökenwiese: Verbesserung der Gewässerstrukturen

Kommune:
Vlotho, Bereich Bökenwiese

Gewässer:
Forellenbach

Art der Maßnahme:
Verbesserung der Gewässerstrukturen und des Gewässerumfeldes

Zu dieser Maßnahme gibt es zwei Zeitungsberichte:
- Hochwasser wird der Kampf angesagt
- Nach 500 Jahren endlich zurück zur Natur

Ziel:
Die naturnahe Entwicklung von Fließgewässern in Siedlungsbereichen ist häufig nur eingeschränkt möglich. Gewässer wie der Forellenbach unterliegen hier einem besonders hohen Nutzungsdruck. Mit Hilfe der Neugestaltung soll vorrangig die Strukturvielfalt der Gewässersohle und des Uferbereiches verbessert werden.

Forellenbach Januar 2008
 
Forellenbach Januar 2008
 
Im Bereich Bökenwiese gehen die Wohnbebauungen bzw. die dazugehörigen Gärten bis in die ursprüngliche Aue. Durch den fehlenden natürlichen Überschwemmungsraum kam es hier regelmäßig zu Schäden durch Hochwasser. Die Anliegern errichteten betonierten Ufermauern zum Schutz der Grundstücke. Durch das zu enge geradlinige Gewässerprofil stieg der Bach bei Starkregen in kurzer Zeit stark an und trat im Hochwasserfall auf die Grundstücke über. Nachdem die Anlieger sich bereit erklärten, einen 3 m breiten Streifen ihrer Grundstücke zur Verfügung zu stellen, konnten Maßnahmen zur Verbesserung der Situation durchgeführt werden.

Die betonierten Uferbefestigungen wurden entfernt. Das Profil des Forellenbaches konnte dadurch erheblich aufgeweitet werden, was eine bedeutende Verbesserung der Abflusssituation zur Folge hat.
 
In die aufgeweiteten Uferbereiche wurden zur Böschungsfusssicherung mit Natursteinen befüllte Drahtschottergabionen gesetzt. Im Gegensatz zu den ursprünglichen massiven Betonbauteilen handelt es sich hier um ein stark lückiges System, das sich nach und nach mit natürlichem Bachsediment füllen wird. So finden auch Kleinstorganismen und verschieden Pflanzenarten einen Lebensraum. Diese Besiedlung ist ein natürlicher Prozess, zu dem der Mensch nichts beitragen muss.
 
Standortfremde Gehölze wie Fichten und Lebensbäume wurden aus dem neuen Uferbereich entfernt um so negative Einflüsse auf das Gewässer zu minimieren und mehr Platz für den Bach zu schaffen.
 
Der Abbruch der alten Ufersicherung erwies sich als ein Stück „harte“ Arbeit. In mühsamer Kleinarbeit konnten die teilweise meterdicken Betonteile abgebrochen werden. Aber nur so und in Verbindung mit den Gabionen konnte dem Bach ein mindestens 1- 1,5m breiter Uferstreifen zur Verfügung gestellt werden.
 
Im oberen Bereich konnte auf Gabionen verzichtet werden.
 
Hier wurde der bestehende Wall um einige Meter Richtung Häuser versetzt.
 
Entstanden ist eine kleine Ersatzaue mit einer ausgeprägten Wasserwechselzone.
 
Bei Hochwasser wird dieser Auenbereich vollständig in Anspruch genommen. Dies zeigte eine erste Hochwasserwelle, die im Juli 2009 schadlos abgeleitet werden konnte.
 
Heute stellt sich der Bereich an der Bökenwiese so dar. Durch die Zusammenarbeit der Anwohner, der Stadt Vlotho und des WWE-Projektes konnte dem Forellenbach ein Stück Freiheit zurückgegeben werden.
 
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