Petershagen

Bückeburger Aue, OT Frille, Klappenburg: Strömungslenker, Aufweitung, Ufersicherung

Kommune:
Stadt Petershagen, Ortsteil Frille

Gewässer:
Bückeburger Aue

Bereich:
Klappenburg

Art der Maßnahme:
Naturnahe Umgestaltung eines Gewässerabschnittes mit dem Einbau von Strömungslenkern, Profilaufweitungen und einer ingenieurbiologischen Ufersicherung.

Durchführung:
Februar bis Herbst 2014

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Abb. 1: Luftbild des Umgestaltungsabschnittes (vorher)

Die Bückeburger Aue hat ihren Ursprung südöstlich von Bückeburg bei Rehren in Niedersachsen und mündet im Stadtgebiet Petershagen des Nachbarbundeslandes Nordrhein Westfalen in die Weser. Der im Rahmen des WWE-Projektes umgestaltete Abschnitt befindet sich im Ortsteil Frille, Bereich Klappenburg, der Stadt Petershagen.

bba-klappenburg-Abb-2Abb.2 : Blick in Fließrichtung von der Brücke „Klappenburg“,  Mai 2013.
 
Wo liegen die Probleme?
Die Bückeburger Aue fließt in diesem Abschnitt zum Teil sehr dicht an der bestehenden Wohnbebauung entlang und hat auf der gesamten linken Uferseite keinen oder nur sehr wenig Entwicklungsraum, der rechte Böschungsfuß ist noch mit Wasserbausteinen gesichert.
Insgesamt fließt das Gewässer zu geradlinig, es fehlen die anzustrebenden „Unregelmäßigkeiten“, wie z.B. Totholzverklausungen und unregelmäßige Uferlinien, sowie ausreichend Entwicklungsraum.

Die naturnahe Umgestaltung kurz erläutert….
Die naturnahe Umgestaltung, die der Wasserverband Weserniederung, als Gewässerunterhaltungspflichtiger im Auftrag der Stadt Petershagen, hier exemplarisch an einem Abschnitt der Bückeburger Aue angeregt hat, wurde durch die Zustimmung aller Anlieger möglich. Die Grundstückseigentümer der rechts liegenden Wiesen stellten jeweils einen 10 m breiten „Entwicklungskorridor“ für das Fließgewässer zur Verfügung. Somit konnte der geradlinige Verlauf durch das Einbringen von Strömungslenkern (u.a. Totholz), der Natur nachempfunden, geändert werden. Die Böschungen wurden punktuell aufgeweitet, abgeflacht oder zu Steilufern umgewandelt. Der Rest soll vom Bach selbst erledigt werden (siehe auch Abb. 13). Es handelt sich folglich um „Initialmaßnahmen“ zur eigendynamischen Gewässerentwicklung. Ein zukünftiger Weidezaun wird die Ufer und Böschungen vor Trittschäden schützen.
Die Anpflanzung einer Vogelschutzhecke, die auf einer privaten Grundstückparzelle gepflanzt wird, dient der biologischen Vielfalt, ein weiterer Baustein einer naturnahen Umgestaltung im unmittelbaren Gewässerumfeld (2014/2015). Die „Weidenspreitlage“ ist eine sehr effektive, baubiologische Ufersicherung und ist überall dort geeignet, wo die Bedingungen stimmen: genug Platz und bindiger, feuchter Boden. 

bba-klappenburg-Abb-3Abb. 3: Blick entgegen der Fließrichtung.
 
bba-klappenburg-Abb-3aAbb. 3a: Um Ausspülungen der Uferbereich zu verhindern, wurden die Böschungen in einigen Abschnitten von Anliegern mit Bauschutt gesichert.
 
bba-klappenburg-Abb-4Abb. 4 und 5: Vorbereitende Arbeiten für die Pflanzung einer Vogelschutzhecke aus standortgerechten Gehölzen und der Anlage einer sogenannten „Weidenspreitanlage“ entlang der Uferböschung. Die flach wurzelnden Fichten wurden im Einvernehmen mit dem Grundstückseigentümer zunächst gefällt und die Stucken gerodet (Februar 2014).
 
bba-klappenburg-Abb-5Abb 5.
 
bba-klappenburg-Abb-6Abb. 6: Das Material für die geplante „Weidenspreitlage“ zur Ufersicherung wird direkt vor Ort gewonnen.
 
bba-klappenburg-Abb-7-PfaehleAbb. 7:  Weidenstangen für die Weidenspreitanlage werden mit dem Bagger eingebracht.
 
bba-klappenburg-Abb-8Abb. 8: Die Feinarbeiten erfolgen in Handarbeit, März 2014. Das frische Weidenmaterial wird anschließend mit bindigem Boden angedeckt.
 
bba-klappenburg-Abb-9Abb 9: Erfolge werden schon nach kurzer Zeit sichtbar, Mai 2014.
Die frischen Weidenstangen haben Wurzeln geschlagen und treiben bereits aus.
 
bba-klappenburg-Abb-10Abb. 10:  Bereits Mitte Juni hat sich die baubiologische, grüne Ufersicherung gut entwickelt.
 
bba-klappenburg-Abb-11Abb. 11-13: Mit dem Einsatz großer Maschinen werden nun in Zusammenarbeit mit dem Team des Wasserverbandes Weserniederung die weiteren Bauabschnitte durchgeführt: z.B. Einbringen von Strömungslenkern und Totholz, Aufweiten der Böschungen (Fotos 20.Mai 2014).
 
bba-klappenburg-Abb-12Abb. 12
Teamarbeit: Der Wasserverband Weserniederung erledigt die Arbeiten mit Großmaschinen, die „Feinarbeit“ erfolgt in Handarbeit durch eine Gruppe der Initiative für Arbeit und Schule (Ifas).
 
bba-klappenburg-Abb-13Abb. 13: Nach einem Starkregen werden die gewünschten Veränderungen schon einen Monat später sichtbar. Ein eigendynamischer Entwicklungsprozess setzt ein.
Blick in Fließrichtung von der Brücke „Klappenburg“.
 
Bearbeitung und Fotos: Dipl.-Ing Anke Schurtzmann, Landschaftsarchitektin
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