Bünde

Gewinghauser Bach, Bereich Bahndamm: Offen- und Verlegung des Baches

Kommune:
Stadt Bünde, zwischen Wasserbreite und Gerhart-Hauptmann-Straße im Bereich vom Bahndamm

Gewässer:
Gewinghauser Bach, Gewässerkennzahl (GWK) 466.76 und Gewässerstationierung 0+138 – 0+178

Art der Maßnahme:
Offen- und Verlegung des überbauten Baches. Herstellung eines leicht geschwungenen Bachlaufes in einer zuvor ausgekofferten Sekundäraue.

Durchführung:
Oktober 2011 bis Juni 2014

gew2014 bahndamm-01Bild 1 (Juni 2014): Blick gegen die Fließrichtung nach Nordosten auf den leicht geschwungenen Bachlauf. Die Weidenspreitlage (linke Seite) hat sich mitterlweile zu einem dichten Weidengebüsch entwickelt.
 
Einleitung:
Der Unterlauf vom Gewinghauser Bach ist durch längere, unterirdisch verlaufene Gewässerabschnitte gekennzeichnet. Dementsprechend existieren große strukturelle Defizite im Bach als auch im Gewässerumfeld, die gleichzeitig die ökologische Längsdurchgängigkeit  erheblich beeinträchtigen.
Auf der Höhe des Dammes der Deutschen Bahn konnte die Stadt Bünde Grunderwerb tätigen um den Mittelgebirgsbach auf rund 40 m zukünftig offen zu führen. Dazu musste zunächst eine Sekundäraue in den aufgeschütteten Dammkörper ausgekoffert werden, um einen naturnahen Gewässerkorridor zu erhalten.

gew2014 bahndamm-02Bild 2 (Oktober 2011): Das Baufeld ist bereits hergerichtet. Blick gegen die Fließrichtung auf den kurzen offenen Bachabschnitt und die Straßenunterführung im Querungsbereich der früheren Gleiskörper der Bahn AG.
 
Ziel und Umsetzung der Maßnahme:
Die sehr umfangreiche wasserbauliche Maßnahme dient zur deutlichen Verbesserung der naturnahen Gewässerentwicklung eines innerstädtischen Abschnittes vom Gewinghauser Bach.
Zu Beginn der Maßnahme wurde das Plangebiet großräumig hergerichtet, da das Baufeld die angrenzenden Böschungen mit einschloss. Im Anschluss daran wurde eine Tiefbaufirma damit beauftragt, eine Sekundäraue auszukoffern. Bei den umfangreichen Erdarbeiten fielen die unterschiedlichsten Böden an (Einteilung in sog. Bodenklassen), die fachgerecht entsorgt werden mussten. Die Sekundäraue weist im Vergleich zum umliegenden Gelände eine Tiefe von etwa 5,50 m auf. Dabei liegt die Sohle der modellierten Zweitaue lediglich 30 cm höher als die Gewässersohle des Gewinghauser Baches. Die seitlichen Böschungen haben eine durchschnittliche Neigung von 1 : 1 bis 1 : 2, lediglich die östliche Böschung zur Straßenunterführung hin ist deutlich steiler angelegt.
Nach Abschluss der Erdarbeiten wurden zunächst ingenieurbiologische Bauweisen zur Böschungssicherung angewendet. Dazu wurden Weidenspreitlagen auf den Böschungen fixiert und die entstandenen Rauten mit Boden angefüllt. Entlang der Böschungsoberkante wurden noch zahlreiche  Laubgehölze gepflanzt. Um einen direkten Zugang zum Gewinghauser Bach zu erhalten, wurde der Einsatz eines Stemmhammers an zwei Stellen erforderlich. Zum einen musste im Oberwasser ein offenes Fenster in der Betonwand raus gestemmt werden. Zudem störte noch eine Betonmauer, um einen Anschluss im Unterwasser an den bereits offenen, rund 3 m langen Abschnitt zu erhalten. Anschließend wurde ein leicht geschwungenes Gerinne mit minimalem Längsgefälle ausgekoffert, durch das der Bach anschließend umgeleitet wurde.

gew2014 bahndamm-03Bild 3 (Januar 2013): Eine Tiefbaufirma hat inzwischen eine bis zu 5,50 m tiefe Sekundäraue ausgekoffert. Im Hintergrund ist ein großes Gebäude zu sehen, durch das der Bach weiterhin unterirdisch verläuft und nach knapp 140 m in die Else einmündet.
 
gew2014 bahndamm-04Bild 4 (Februar 2013): Mittlerweile ist auch die Stelle frei gelegt worden (Bildmitte), von wo aus der Bach von der Überbauung in den offenen Abschnitt übergehen soll.
 
gew2014 bahndamm-05Bild 5 (April 2013): Auf den recht steilen und langgezogenen Böschungen wurde eine Weidenspreitlage angebracht. Die Fixierung im Untergrund übernehmen in die Böschung eingetriebe, ausschlagfähige Weidenpflöcke an denen Draht zusätzlich angebracht wurde.
 
gew2014 bahndamm-06Bild 6 (Mai 2013): Die Betonwand samt Fußsicherung mit Doppel T-Trägern besteht aus einem sehr harten Betongemisch. Mittlerweile wurde ein Gerinne ausgekoffert, das das Oberflächenwasser Richtung Gewinghauser Bach abführt.
 
gew2014 bahndamm-07Bild 7 (Mai 2013): Blick auf das neue Bachgerinne, das durch den Rückstau mit Wasser überspannt ist. Auf der rechten Hangböschung erkennt man den frisch angedeckten Boden zwischen den Faschinengefachen. An der linken, sehr steilen Böschung konnten lediglich zwei Faschinenstränge quer eingebaut werden.
 
gew2014 bahndamm-08Bild 8 (November 2013): Parallel zu den Abrissarbeiten vom ehem. Cordesgebäude liefen in einem ausreichenden Sicherheitsabstand die Pflanzarbeiten auf der Böschungskrone ab.
 
gew2014 bahndamm-09Bild 9 (April 2014): Blick Bach aufwärts auf den in der Zwischenzeit umgeleiteten Gewinghauser Bach.
 
gew2014 bahndamm-10Bild 10 (April 2014): Mittlerweile ist auch die sehr steile Böschung Richtung Straßenunterführung grün.
 
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