Bad Oeynhausen

Kaarbach, OT Eidinghausen, Lohfeldweg: BA2, geschwungene Bachverlegung, Uferbepflanzung

Kommune:
Stadt Bad Oeynhausen, OT Eidinghausen, westlich der Straße Lohfeldweg, zwischen Einmündung vom Meerbuchbach in den Kaarbach und Einmündung der Kaarbach Umflut in den Meerbruchbach

Gewässer:
Kaarbach, Gewässerkennzahl (GWK) 46992, Gewässerstationierung 2+620 - 2+820

Art der Maßnahme:
Bauabschnitt 2: Verlegung des Fließgewässers nach Süden und abschnittsweise deutliche Aufweitung des Meerbruchbaches. Herstellung eines leicht geschwungenen Verlaufes mit variierenden Böschungsneigungen und Sohlbreiten. Pflanzung von Bäumen und Sträuchern entlang des neuen Gewässerverlaufes.

kaaba2-1Oktober 2011:
Blick Bach abwärts auf die inzwischen abgeschlossene Bepflanzung mit Bäumen und Sträuchern. Der Auenbereich erstreckt sich von nun an auf insgesamt 3 Ebenen. Das tiefste Niveau, das häufig überflutet wird befindet sich rechts vom Bach. Es liegt knapp 1 m über der Bachsohle. Links schließt sich die Berme an, die bei einem höheren, etwa 10jährigen  Hochwasser überflutet wird. Die breite Aue nach links (Acker) wird lediglich bei extremen Abflüssen (100jähriges Hochwasser und mehr) überflutet.
 
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Januar 2011:
Blick talwärts auf den kanalartigen Meerbruchbach. Der gestreckte Verlauf mit seinem Trapezprofil bietet keine Möglichkeiten zur natürlichen Gewässerentwicklung.
 
Einleitung:

Der Kaarbach verläuft östlich der Eidinghauser Straße in gestreckter Form. Die Ufer sind abschnittsweise mit wilden Uferverbau oder anderen Fremdkörpern fixiert, so dass dynamische Entwicklungen nicht mehr stattfinden. Zudem verläuft das Gewässer etwa 200 m weiter Bach aufwärts unmittelbar entlang der Straße. Davon sind zudem rund 30 % des Bachverlaufes verrohrt. Eine natürliche Gewässerentwicklung ist hier selbst längerfristig nicht möglich.
Vor diesem Hintergrund richteten sich die weiteren Planungen nach  einen neuen Gewässerverlauf weiter östlich. Hier verläuft in einer Entfernung von etwa 200 m parallel die Umflut des Kaarbaches. Nördlich vom Schloss Ovelgönne teilt sich der Mittelgebirgsbach in zwei Arme. Den kleineren Seitenarm bildet die östlich verlaufende Kaarbach-Umflut. In ihrem Gewässerbett fließt deutlich weniger Wasser talwärts. Dennoch bietet der östliche Seitenarm mit einem Gewässerkorridor von 5 bis etwa 30 m wesentlich bessere Entwicklungsmöglichkeiten. Zum einen verläuft keine Straße parallel zum Bach und andererseits existieren noch mehrere Freiflächen im Bachumfeld. In diesen nahezu unberührten Freiflächen ist es durchaus möglich, dass ein neuer Kaarbachverlauf entstehen könnte.

Da es sich bei diesen Planungen um einen etwa 950 m langen, städtischen Gewässerabschnitt handelt mussten mehrere Fachplanungen integriert werden. Deshalb wurde ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet, in dem interdisziplinär geplant werden konnte. Für die Umsetzung der wasserbaulichen Maßnahme wurden mehrere Bauabschnitte eingeteilt.
Der Bauabschnitt 2 reicht von der Einmündung des Meerbruchbaches in den Kaarbach und endet bei der Einmündung der Kaarbach-Umflut in den Meerbruchbach bzw. auf der Höhe der Straße „Lohfeldweg“. Der besagte Abschnitt hat eine Länge von etwa 200 m. Bei dem Meerbruchbach handelt es sich um einen sehr monotonen Gewässerabschnitt. Der Verlauf ist gestreckt und der Querschnitt weist ein klassisches Trapezprofil auf. Die Gewässersohle ist durchgehend rund 0,80 m breit. Vereinzelte Kopfweiden und Schwarzerlen säumen das rechte Bachufer. Ansonsten herrscht ein eintöniger Grasbewuchs vor.

kaaba2-3September 2011:
Blick Bach abwärts auf den bereits hergestellten Gewässerbogen in den Kaarbach. Während die Wasserhaltung über die KG-Rohre erfolgt, wird das alte Gewässerbett vom Meerbruchbach verfüllt. Die Bachsohle wurde von vormals 0,80 m auf rund 4 m vergrößert.
 
Ziel und Umsetzung der Maßnahme:

Hauptziel der wasserbaulichen Maßnahme ist die Verbesserung der Gewässerdynamik und die Optimierung der Wechselwirkung zwischen Bach und Aue.
Der geradlinig verlaufende Meerbruchbach wird abschnittsweise nach Süden um bis zu 4 m aufgeweitet bzw. nach Süden komplett verlegt. In den wesentlich größeren Abschnitten der Neutrassierung wird das alte Bachbett bis auf das Niveau der Sekundäraue, d.h. etwa 0,80 m über der alten Bachsohle modelliert. Der neu entstehende Bach wird mit einem leicht geschwungener Verlauf sowie variierenden Sohlbreiten und Böschungsneigungen hergestellt. 

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September 2011:
Bereits nach wenigen Tagen und leicht erhöhten Abflüssen hat sich schon eine Längsbank entwickelt.
 
kaaba2-5September 2011:
Auf der Längsbank hat sich bereits Getreibsel abgelagert.
 
kaaba2-6Oktober 2011:
Von nun an wird ein größerer Bagger eingesetzt. Insgesamt werden für die Gewässerrenaturierung rund 3.500 m³ Boden abgetragen und abgefahren.
 
kaaba2-7Oktober 2011:
Das neue Bachbett misst eine Breite von rund 4 m, während der Meerbruchbach (linke Seite) lediglich 0,80 m breit ist. Die natürlich gewachsenen Böschungen zwischen Gewässerbett alt und neu wurden bewusst so gelassen, um einen stabilen Böschungsfuß für die anschließende Hinterfüllung zu erhalten.
 
kaaba2-8Oktober 2011:
An dieser Stelle endet der 2. Bauabschnitt. Vorne im Bild gibt es eine Regenwassereinleitung. Der Einleitungsbereich wurde um 4 m verkürzt und die Böschungen mit einer Steinschüttung versehen. Das Wasser vom Meerbruchbach fließt noch rechts durch das alte Bachbett.
 
kaaba2-9Oktober 2011:
Die neue rechte Böschung wird weiter abgeflacht und der Bodenaushub dient zur Verfüllung des alten Verlaufes vom Meerbruchbach.
 
kaaba2-10Oktober 2011:
Blick Bach abwärts auf den neu ausgekofferten Bach. Der gestreckte Verlauf des vorherigen Meerbruchbaches wurde bis auf zwei kurze Abschnitte komplett verfüllt.
 
kaaba2-11Oktober 2011:
Blick Bach aufwärts auf den deutlich breiteren Kaarbach, neu. Der Verlauf ist leicht geschwungen und seine Sekundäraue im linken Bereich deutlich erweitert.
 
kaaba2-12Oktober 2011:
Blick Bach aufwärts auf die mittlerweile abgeschlossene Bepflanzung. Die Rohbodenstellen wurden inzwischen mit einer lockeren extensiven Wiesenmischung eingesät.
 
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