Bad Oeynhausen

Wulferdingser Mühlenbach-Zulauf, OT Wulferdingsen: Bachverlegung, Furt

Kommune:
Stadt Bad Oeynhausen, OT Wulferdingsen zwischen Mühlental und Bergkirchener Straße

Gewässer:
Zulauf 469.92_216 vom Wulferdingser Mühlenbach (Gewässersystem Kaarbach), Gewässerkennzahl (GWK) 469922, Gewässerstationierung 0+000 – 0+260

Art der Maßnahme:
Verlegung des zuvor in Hochlage fließenden Gewässers in das natürliche Taltiefst. Herstellung eines geschwungenen Bachverlaufes durch die Talmitte. Das flache Bachbett erhält variierende Sohlbreiten und Böschungsneigungen. Darüber hinaus wurden eine raue Sohlgleite und eine Furt gebaut. Die Pflanzung standorttypischer Gehölze entlang des neuen Verlaufes rundeten die Maßnahme ab.

April 2010: Blick Bach aufwärts auf den geschwungenen Bach. Bereits nach wenigen Wochen haben sich angesichts der Strömungsdiversität erste Inselbildungen eingestellt.
 
Einleitung:

Der Zulauf vom Wulferdingser Mühlenbach wurde vor einigen Jahrzehnten von der Talmitte in die Hochlage verlegt. Neben dieser unnatürlichen Hochlage ist der Verlauf gestreckt und die Sohle mit Betonhalbschalen fixiert. Hintergrund dieser früheren wasserbaulichen Maßnahme war die zusätzliche Teichspeisung an der Schönen Mühle. Das hatte zur Folge, das jährlich die Betonsohle durch den städtischen Bauhof von eingewachsener Vegetation und abgelagerten Sedimenten befreit werden musste.
So ist auch zu erklären, dass sich an einer Stelle der betonierten Sohle ein Anstau ereignete. Dabei entstand ein Rückstau, so dass das angestaute Wasser seitlich vorbeifloss. Das nachdrückende Wasser hat schließlich weiteres Bodenmaterial unter den Sohlschalen und aus der Böschung erodiert, so dass die Betonhalbschalen an dieser Stelle nicht mehr durchgängig überströmt wurden. Seither strömt der Bach „unkontrolliert“ durch die talwärts befindlichen Wiesen und Weiden sowie einen extensiv genutzten Garten. Die besagten Flächen sind mittlerweile stark vernässt, so das die Eigentümer bereits dringenden Handlungsbedarf seitens der Stadt Bad Oeynhausen einforderten.
An der östlichen Grenze entlang des Straßendammes der Bergkirchener Straße verläuft ein offener Wegeseitengraben. Hier existiert auch eine Überfahrt in Form einer kurzen Rohrleitung, um auf die Weide zu gelangen. Bis auf zwei einzelne Kopfweiden ist der mittlere und obere Bereich gehölzfrei. Im unteren Abschnitt schließt sich ein extensiv genutzter Garten mit einzelnen Laubgehölzen und Serbischen Fichten an. Der Graben wird in diesem Abschnitt unterirdisch geführt.

Ziel und Umsetzung der Maßnahme:

Zur Wiederherstellung der Längsdurchgängigkeit und zur Optimierung der eigendynamischen Gewässerauenentwicklung ist geplant, den Bach wieder durch das natürliche Taltiefst zu führen. Dazu ist ein geschwungener Verlauf vorgesehen. Das flach modellierte Bachbett soll variierende Sohlbreiten und Böschungsneigungen erhalten. Parallel dazu wird die vorhandene Bachtrasse in Hochlage samt Sohlverbau komplett zurück gebaut. Da die Niederung durch den unkontrollierten Wasserabfluss stark vernässt ist, erfolgt die Wasserhaltung während der gesamten Bauphase über den Wegeseitengraben. Die Wasserhaltung wurde bereits zwei Wochen vor Baubeginn eingerichtet, damit die Talmitte allmählich entwässert werden konnte und die Baumaschinen nicht zu tief im Gelände versinken. Dennoch ging die enorme Vernässung des Grünlandes nur sehr langsam zurück.
Kurz vor der Einmündung in das Hauptgerinne ist der Bau einer rauen Sohlgleite vorgesehen. Zur Überquerung des neuen Baches im Bereich der Pferdeweide ist eine Treckerfurt geplant. Entlang des geschwungenen Baches sollen gesetzte Kopfweiden den Bachverlauf im Gelände landschaftlich nachzeichnen. Nach Abschluss der Erdarbeiten werden die Rohbodenstellen mit einer extensiven Wiesenmischung eingesät.

Januar 2009: Blick von der Straße Mühlental gegen das Talgefälle auf die Niederung des Zulaufes. Im Bildvordergrund befindet sich der extensiv genutzte Garten. Links oben im Bild erkennt man eine Böschung (braun), die sich nach links fortsetzt. Hier verläuft der inzwischen trocken gefallene Bach weit ab von der früheren Bachaue in Hochlage.
 
Oktober 2009: Blick auf den unterspülten Böschungsbereich. Das Wasser wird nun nicht mehr über die Betonhalbschalen geführt, sondern sucht sich den Weg des geringsten Widerstandes, mitten durch das Taltiefst nördlich vom Baufeld der Bachverlegung.
 
Oktober 2009: Die Betonhalbschalen werden aus dem Bachprofil entfernt. Anschließend wird  das anfallende Material per 5 m³ Mulden abgefahren. Der so entstandene Graben wird etwa zur Hälfte mit anfallenden Boden angedeckt.
 
Oktober 2009: Blick talaufwärts auf die ersten 20 m der neuen Bachstrecke und die geplante Treckerfurt im Anschluss.
 
Oktober 2009: Blick talwärts entlang des neuen Bachbettes und der sich daran anschließenden Treckerfurt. Im Bildhintergrund befindet sich vor dem linken Haus der extensiv genutzte Garten.
 
November 2009: Inzwischen sind die Furt und das neue Bachbett bis kurz vor dem Eintritt in den Wulferdingser Mühlenbach fertig gestellt.
 
November 2009: An dieser Stelle mündet der Zulauf in das Hauptgewässer. Zur Überbrückung der Sohlhöhen wird eine raue Sohlgleite angelegt. Die Wasserhaltung erfolgt seit Beginn der Arbeiten über den Wegeseitengraben (rechts im Bild)
 
November 2009: Mittlerweile gab es den Durchstich. Seitdem fließt das Wasser durch den neuen Bachlauf. In dieser Zeit hatte es viel geregnet, so dass sich der Baufortschritt als recht mühsam herausstellte.
 
November 2009: Das Wasser sucht sich nun seinen Weg mitten durch das Taltiefst. Letzte Bodenmodellierungen stehen noch an.
 
November 2009: Auf den letzten Metern macht der kleine Bach noch einen kleinen Bogen, um in einen spitzen Winkel in den Hauptlauf Wulferdingser Mühlenbach einzumünden. Aufgrund der ergiebigen Niederschläge führt auch der Wegeseitengraben links neben der Straße (in der Bildmitte) Wasser.
 
April 2010: Blick talwärts auf die Treckerfurt und den durch das Taltiefst fließenden, neuen  Bach.
 
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