Bad Oeynhausen

Borstenbach, OT Rehme: Sohlabsturz

Kommune:
Stadt Bad Oeynhausen, OT Rehme zwischen Hüffer Straße und Königstraße

Gewässer:
Borstenbach, Gewässerstationierung 1+540 - 1+990

Art der Maßnahme:
Beseitigung eines Sohlabsturzes im Straßendurchlass, Beseitigung von wilden Uferverbau, Abzäunen gegen Viehtritt und Gehölzpflanzung.

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Mai 2008: Die Breitenerosion ist in diesem Abschnitt eindrucksvoll zu erkennen. Hier hat sich das Bachbett von rechts nach links verlagert und es sind bereits erste Windungen signifikant, die sich weiter Bach abwärts fortsetzen.
 
Einleitung:
Südlich der Eisenbahnlinie im Ortsteil Rehme zeichnet sich der Borstenbach abschnittsweise durch naturnahe Strukturen aus. Durch die einsetzende Breitenerosion kam es mittlerweile zu einer seitlichen Verlagerung des Baches. Zahlreiche Uferbäume und in der Luft schwebende Weidepfosten zeichnen den vormals, gestreckten Verlauf nach. Steilwände und sehr flach auslaufende Ufer bilden abwechselungsreiche, morphologische Formen. Durch den hohen Geschiebetrieb haben sich zudem wertvolle Strukturen, wie bspw. Längsbänke eingestellt. Ferner ist der Anteil an Totholz und Getreibsel sehr groß, so dass sich vielfältige ökologische Nischen insbesondere im Bereich der Wechselwasserzone entwickelten.
Trotz dieser ökologisch wertvollen Strukturen gibt es zahlreiche Defizite. Im Straßendurchlass der Hüffer Straße gibt es bspw. einen Sohlabsturz, der zumindest für kleinere Gewässerorganismen unüberwindbar ist. Abschnittsweise säumt wilder Uferverbau die Böschungen. Darüber hinaus grenzt eine Weidekoppel unmittelbar an den Bach heran, so dass es bereits zu erhöhtem Viehtritt kam.

Etwa 300 m Bach abwärts wurden bereits im Jahre 2005 wasserbauliche Maßnahmen durch das WWE-Projekt durchgeführt. Auf einer Länge von ca. 600 m wurde wilder Uferverbau entfernt sowie der Bach aufgeweitet und das schmale Auenband wieder vertieft. Zur Förderung der eigendynamischen Entwicklung hatte man seinerzeit zahlreiche Bäume und Sträucher gepflanzt. Erste positive Entwicklungen zeigten sich bereits zwei Jahre später. Stellenweise kam es zu gewünschten Böschungsabbrüchen, Materialumlagerungen, Inselbildungen und im Bereich der Gehölzpflanzungen hat sich vermehrt Treibgut mit verdrifteten Tieren und Pflanzenteilen abgelagert. Insofern bildet auch ein Gewässerabschnitt innerhalb dichter Bebauung einen wertvollen Gewässerkorridor.

Ziel:
Wesentliches Ziel der wasserbaulichen Maßnahme ist es, die vorhandenen naturnahen Strukturen so zu belassen und die Defizite zu beseitigen. Sämtliche Arbeiten werden manuell ausgeführt, damit es zu keiner Zerstörung der wertvollen Strukturen kommt. Zur Wiederherstellung der ökologischen Längsdurchgängigkeit zwischen Weser und Borstenbach ist es notwendig, den Sohlabsturz im Straßendurchlass zu beseitigen. Ferner wird der wilde Uferverbau zurückgebaut, selektiert und anschließend fachgerecht entsorgt. Damit der Viehtritt am Ufer des Borstenbaches abnimmt, werden einige Stellen abgezäunt.

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April 2008: Der Sohlabsturz im Straßendurchlass unterbindet die Längsdurchgängigkeit insbesondere für kleinere Wasserorganismen.
 
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Mai 2008: Hier hat sich der Bach deutlich nach rechts verlagert. Der frei schwebende Weidezaun bildete vorher die Grenze, als das Fließgewässer noch auf der linken Seite in gestreckter Form verlief.
 
ImageMai 2008: Der wilde Uferverbau wurde abgeräumt, selektiert und anschließend fachgerecht entsorgt.
 
ImageMai 2008: Die natürliche Verlagerung des Baches hat in diesem Abschnitt bereits eingesetzt. Der vorherige Bachlauf lag zwischen den Uferbäumen (rechts) und hat sich durch Geschiebeeintrag aufgehöht.
 
Hier haben sich mittlerweile äußerst wertvolle Strukturen in Form von Schotterbänken, Totholzstrukturen bspw. für Lachse, Forellen und weitere Sauerstoff liebende Arten entwickelt.
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