Rödinghausen

Kilverbach, NSG, Sachsenweg: Bau rauhe Sohlgleite

Kommune:
Kreis Herford im Gemeindegebiet Rödinghausen, westlich vom Sachsenweg

Gewässer:
Kilverbach, Gewässerkennzahl (GWK) 46654 und Gewässerstationierung 6+790 - 6+810

Art der Maßnahme:
Bau einer rauen Sohlgleite zur Kompensierung des Gefällesprunges im Unterwasser vom Straßendurchlass „Sachsenweg“.

kilver-sachsenweg-1Bild 1 (Juli 2012): Nach Abschluss der Erd- und Steinarbeiten ist die Längsdurchgängigkeit im Kilverbach wieder hergestellt. Bei der rechten Böschung sind bereits die Grassamen gekeimt.
 
Einleitung:
Innerhalb des Naturschutzgebietes Kilverbachtal weist der Mittelgebirgsbach mehrere längere naturnahe Strecken auf. Beeinträchtigungen für die dort lebenden Bachorganismen ergeben sich zumeist in den Bereichen von Wegequerungen. Hier ist an einigen Stellen die Längsdurchgängigkeit nicht mehr gegeben. In diesem konkreten Fall gibt es Wanderhindernisse in Form eines Sohlabsturzes und einer betonierten, glatten Betonsohle. Darüber hinaus sind aus struktureller Sicht die Böschungen mit wilden Uferverbau gesichert.

kilver-sachsenweg-2Bild 2 (März 2012): Im Querungsbereich vom Sachsenweg liegt ein rund 0,30 m hoher Sohlabsturz vor. Im Durchlass selbst befindet sich eine glatte Betonsohle. Die Längsdurchgängigkeit für wandernde Organismen ist auf dem Wasserweg nicht mehr gegeben.
 
Ziel und Umsetzung der Maßnahme:
Ziel der wasserbaulichen Maßnahme ist die Wiederherstellung der Längsdurchgängigkeit im Kilverbach. Zunächst wurde der wilde Uferverbau von den Böschungen entfernt und fachgerecht entsorgt. Im Anschluss daran wurden zwei versetzte Pflockreihen als Widerlager in den Untergrund getrieben. Danach begann der Aufbau vom Gleitendeckwerk. Hierzu wurden knapp 15 to. Wasserbausteine und 7 to. Schotter benötigt. Dabei wurde die Gleite im Anschluss an den Rahmendurchlass etwa 10 cm über die Betonsohle ausgeführt. Infolgedessen ergibt sich ein  kleiner Rückstau, der dazu führt, dass die glatte Betonsohle für wandernde Bachorganismen einfacher zu überwinden ist. Wichtig bei der Bauausführung ist zudem die Herstellung einer leicht geschwungenen Niedrigwasserrinne, die auch bei geringer Wasserführung noch genügend Wasser forciert und somit durchgängig bleibt. Die Sohlgleite geht mit der Böschungsfußsicherung zur Landseite hin in eins über. Die instabilen Böschungen wurden mit insgesamt 10 m³ Boden von einer zeitgleich stattfindenden und in rund 800 m entfernten WWE-Baustelle angedeckt und anschließend eingesät.

kilver-sachsenweg-3Bild 3 (Juni 2012): Um geeignete Widerlager in der Sohlgleite zu installieren, mussten zwei versetzte Pflockreihen in den Untergrund getrieben werden.
 
kilver-sachsenweg-4Bild 4 (Juni 2012): Die Baustelle wurde mit Barken zur Straße hin verkehrstechnisch abgesichert.
 
kilver-sachsenweg-5Bild 5 (Juli 2012): Blick auf den Aufbau vom Gleitendeckwerk. In das Lückensystem zwischen den Wasserbausteinen wurde Tonschiefer eingeschlämmt. Etwa jeder dritte Stein wurde hochkant eingebaut, um die fließende Welle zu bremsen und die Stabilität zu erhöhen.
 
kilver-sachsenweg-6Bild 6 (Juli 2012): Der Wegeseitengraben musste im Einmündungsbereich zum Bach weiter talwärts angeschlossen werden, da die Böschungen ansonsten zu steil geworden wären.
 
kilver-sachsenweg-7Bild 7 (Juli 2012): Blick auf die von nun an durchgängige Bachsohle und den Anschluss an das vorhandene Sohlniveau (rechts).