Vlotho

Linnenbeeke, Im Kanaan: Naturnahe Gestaltung, Wehrrückbau

Kommune:
Vlotho, Im Kanaan, Bereich zwischen Herforder Straße und Fußgängerbrücke

Gewässer:
Linnenbeeke

Art der Maßnahme:
Verbesserung der Gewässerstrukturen und des Gewässerumfeldes, Herstellung der Durchgängigkeit am Wehr

Der Vlothoer Anzeiger und das Mindener Tageblatt berichteten am 17.12.2009 über diese Maßnahme:
Frieden stiften an der Linnenbeeke

Umsetzung:
September bis November 2009


Die Linnenbeeke durchquert als Hauptnebengewässer des Forellenbaches das Kur- und Stadtgebiet der Stadt Vlotho. Im quellnahen Bereich schlängelt sich die Linnenbeeke noch weitgehend naturnah durch die Landschaft. Im städtischen Gebiet wandelt sich das Bild. Der Einfluss des Menschen ist unübersehbar. Ufermauern und Ufersicherungen in den verschiedensten Ausführungen engen das Gewässerprofil vielfach ein. So auch im Kanaan, im Bereich zwischen Herforder Straße und Fußgängerbrücke.

Das Bachprofil der Linnenbeeke wurde hier an einigen Stellen auf weniger als 1,00 m eingeschnürt. Zu wenig für ein Gewässer dieser Größenordnung. Dabei können natürliche Ufersicherungen aus Weiden und Faschinen genauso einengend sein wie Steine und Mauern.

Um ausreichend Platz zu schaffen musste im ersten Schritt das Baufeld geräumt werden. Weiden und Fichten wurden gefällt, Bauschutt und wilder Uferverbau entfernt.
 
 
Nach diesen Arbeiten konnte mit der Uferprofilierung begonnen werden.
 
Wie so häufig im innerstädtischen Bereich reicht die Bebauung bis in den Uferbereich hinein. Eine Sicherung mit Wasserbausteinen im Blocksatz war hier aus hydraulischer Sicht zwingend notwendig.
 
 
In Bereichen mit ausreichend Platz konnte auf die Sicherung mit Wasserbausteinen verzichtet werden. Das Bachbett wurde aufgeweitet und die Uferbereiche flach profiliert.
 
 
Abschließend wurde eine Hecke mit standorttypischen Sträuchern gepflanzt. Jetzt trennen Haselnuss, Hartriegel, Schneeball und Co Ufer- und Gartenbereich. Die Linnenbeeke kann diesen neu gewonnenen Platz nutzen und gestalten.
 
Die Nutzung des Wehres im Bereich der Bäckerstraße wurde schon vor Jahren aufgegeben, die verbliebenen baulichen Anlagen engten die Linnenbeeke stark ein. Es kam regelmäßig zu Rückstauungen an diesem hydraulischen Engpass.
 
Im Rahmen der Maßnahme konnten jetzt auch die restlichen Teile des Wehres entfernt werden.
 
Die hohen Sohlabstürze sind seit langem ein unüberwindbares Hindernis für Fische und Kleinstlebewesen. Zur Herstellung der Durchgängigkeit soll hier eine Sohlgleite angelegt werden. Aufgrund der fortgeschrittenen Jahreszeit müssen die Arbeiten an der Sohlgleite auf das kommende Jahr 2010 verschoben werden.
 
Der Bereich im Kanaan ist heute kaum wiederzuerkennen. Das Bachbett der Linnenbeeke ist mehr als doppelt so breit und Uferbereiche sind da wo möglich entstanden. Das Wehr ist soweit wie möglich abgebrochen, die Sohlgleite wird in einigen Monaten folgen.

Diese Maßnahme ist ein weiteres Beispiel, dass durch die Zusammenarbeit der Anwohner, der Stadt Vlotho und des WWE-Projektes eine naturnahe Fließgewässergestaltung im dichtbesiedelten Stadtgebiet möglich ist.

 
lb_imkanaan_13_2012-12-04Entwicklung

Drei Jahre nach Abschluss der Maßnahme hat die Linnenbeeke sich in ihrem neuen Bett eingerichtet.