Spenge

Spenger Mühlenbach, Schloss Mühlenburg: Umgehung des Wehres

Kommune:
Spenge, Schloss Mühlenburg

Gewässer:
Spenger Mühlenbach

Art der Maßnahme:
Wiederherstellung der Durchgängigkeit durch eine Umgehung des Wehres am Schloss Mühlenburg


Das Wehr am Schloss Mühlenburg, zusammen mit dem Teich oberhalb der Schloßstraße, stammen aus früheren Jahrhunderten und haben ihren historischen Charme.

Trotzdem ist das Mühlenwehr mit seinen ca. 2,50 Meter hohen Absturz für Bachtiere ein großes Hindernis.

Wehr am Schloss Mühlenburg
 
Erhaltungsmaßnahmen an den Fundamenten und Durchlässen der ehemaligen Mühle sind in 2008 durchgeführt worden. Diese Maßnahmen konnten nicht zu einer Verbesserung der hydraulischen und ökologischen Situation führen. Eine Idee der Umgestaltung des Wehres zu einer rauen Rampe ist aufgrund der örtlichen Gefälle- und Höhenlagen nicht realisierbar.

Bei einer früheren Maßnahme wurde der Bach über eine alte Umflut um den Schlossteich herumgeleitet.

Bei einer früheren Baumaßnahme wurde der Bach umgeleitet
Diese Umleitung erfüllte auch bei dem Sturm Kyril 2007 seine Funktion und die Unterlieger traf nicht die volle Wucht des Wassers. Durch Kyril waren aber alle Anlieger an einer Lösung der hydraulischen Probleme interessiert. Das dieser Lösungsansatz auch ihre Grundstücke mit benutzt war für die Eigentümer in Ordnung.

Ansicht unterhalb der Schloßstraße
 
Begonnen wurde mit der Baumaßnahme ab der Schloßstraße bachabwärts. Die ehemalige Umflut musste deutlich aufgeweitet werden. Dafür mussten auch einige  Eschen und Erlen gefällt werden. Anschließend wurden die Erdarbeiten mit einem Bagger durchgeführt.

Aufweiten der Umflut:
Hier sieht man Herrn Schreider (Firma Maßarbeit e. V.) mit seinem Praktikanten (Linnert junior) bei der Einführung in das „Baggerhandwerk“.
 
 Ansicht Januar 2009:
 
Der bestehende Durchlass in der Schloßstraße war für das gesamte Wasser des Spenger Mühlenbaches zu klein und musste deshalb durch einen größeren Durchlass ersetzt werden.

Abriss des Durchlasses Schloßstraße (28.09.2008)
 
Eine Fremdfirma wurde mit der Durchführung der Straßenarbeiten und des Einbaues des neuen Durchlasses betraut.

Einbau des Durchlasses und Wiederherstellung der Straße
 
Für den Durchlass wurde ein s. g. „Hamco“-Profil verwendet. Das ist eine geribbelte Stahlblechröhre. In diese wird Schotter und Steine, min. 40 cm hoch, eingefüllt. In der Schicht können dann auch Larven und andere Kleintiere durch den Durchlass wandern.
Oberhalb der Schloßstraße wurde dann wieder mit den Projektmitarbeitern gearbeitet. Der Bachlauf wurde ebenfalls deutlich aufgeweitet.

Alte Umflut Blickrichtung Schloßstraße
 
Alles neu. Ansicht März 2009
 
Die Verbindung zwischen dem alten und neuen Bachlauf in der Umflut musste aufgrund der unterschiedlichen Höhe (siehe Mühlenwehr) durch eine raue Sohlrampe geschaffen werden.

Bau der rauen Sohlrampe
 
Bei dem Bau einer Sohlrampe macht sich Handarbeit immer bezahlt. Durch die Profis aus dem Projekt sind so auch individuelle Wünsche der Bauleitung wie große Rauigkeit, Niedrigwasserrinne, Totholz etc. zu verwirklichen.

Blick bachabwärts
 
Direkt nach der Flutung war das Strömungsbild noch sehr gleichmäßig. Zu unserem großen Glück dürfen wir solch eine Maßnahme beobachten und wenn es nötig ist nochmal nacharbeiten.

Blick bachaufwärts auf den Abzweig ins neue Gerinne
 
Im Moment beobachten wir, ob sich die Sohlgleite so entwickelt wie wir das möchten. Dafür benötigen wir aber noch ein paar kleinere Hochwässer.

Stand 10.2009