Löhne

Siemshofer Bach, Mennighüffen, Im Regelholze: Bachverlegung, Entwicklungsraum sichern

Kommune:
Löhne, Mennighüffen

Gewässer: 
Siemshofer Bach zwischen den Straßen „Im Regelholze“ und „Holtkamp“

Art der Maßnahme:
Gewässerverlegung, Sicherung der angrenzenden Flächen als Entwicklungsraum für den Bach und seine Uferbereiche.

In 2011 / 2012 wurde der Siemshofer Bach im Löhner Ortsteil Mennighüffen zwischen den Straßen „Im Regelholze“ und „Holtkamp“ renaturiert.

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Der Siemshofer Bach verlief sehr eingetieft, gestreckt und eingeengt zwischen einer Reihe von Wohngrundstücken auf der rechten, und landwirtschaftlich genutzten Flächen auf der linken Seite. Zu den Wohngrundstücken hin steigt das Gelände deutlich an.
 
siemshofer-02Der Bach führt in der Regel nur wenig Wasser. Nach stärkeren Regenereignissen jedoch fließen zeitweise große Wassermengen aus dem angrenzenden Wohngebiet ab.
 
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Die Anlieger der angrenzenden Wohngrundstücke hatten die hohen und unstabilen Böschungen mit nicht geeigneten Materialien und Methoden wie dem Einbau von Betonplatten, Metallplatten, Rundhölzern oder sogar Plastikteilen notdürftig gesichert. Trotzdem drohten die Böschungen früher oder später abzurutschen.
 
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Die Gestaltung eines naturnahen Baches im vorhandenen Verlauf wäre ohne eine Inanspruchnahme der vielen direkt angrenzenden Wohngrundstücke nicht umzusetzen gewesen.

Die Stadt Löhne strebte deshalb eine Verlegung des Bachlaufes in die östlich angrenzenden landwirtschaftlich genutzten Flächen an. Eine Fläche direkt unterhalb der Straße „Im Regelholze“ befand sich ohnehin im Eigentum der Stadt Löhne. Mit den weiteren betroffenen Flächeneigentümern nahm die Stadt Löhne Grundstücksverhandlungen auf und es ist tatsächlich gelungen, die benötigten Flächen weitestgehend zu erwerben. Lediglich zwei kurze Gewässerabschnitte mussten ausgespart werden, weil die Eigentümer nicht bereit waren, einer Renaturierung zuzustimmen.

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Übersichtskarte zu den Maßnahmen am Siemshofer Bach 
(durch Klick auf die Karte erscheint diese in besserer Qualität).

Die Karte zeigt den alten geraden Verlauf des Siemshofer Baches direkt entlang der Wohngrundstücke und den neuen geschwungenen Verlauf durch die angrenzenden Flächen nach seiner Verlegung.

siemshofer-06 Bevor es an die Bodenarbeiten gehen konnte, mussten Vorarbeiten erledigt werden. Die Fläche oberhalb des Hülskamp zum Beispiel wurde vorher als Kleintierweide genutzt. Zäune und Unterstände mussten abgebaut und die angefallenen Materialien entsorgt werden.
 
siemshofer-07Es wurde ein großzügig bemessenes, geschwungenes Bachbett angelegt.
 
siemshofer-08Dabei wurden vorhandene Gehölze bestmöglich geschont. Unterhalb der Straße „Im Regelholze“ zum Beispiel wurde die linksseitig des alten Bachbettes stehende Gehölzgruppe gezielt belassen, sie liegt jetzt rechtsseitig des neuen Bachbettes.
Die oberhalb des Hülskamp stehenden Kopfweiden wurden im Zuge der Arbeiten zurückgeschnitten und können jetzt frisch austreiben.
 
siemshofer-09Im zweiten Schritt wurden die Uferbereiche deutlich abgeflacht, um ein möglichst flaches Bachbett mit einer begleitenden typischen Ufervegetation zu fördern.
 
siemshofer-10Mit der Verlegung des Siemshofer Baches hat die Stadt Löhne den zuvor geradlinig verlaufenden, stark eingeengten und von naturfernen Sohl- und Ufersicherungen geprägten Bach und seine Uferbereiche ökologisch deutlich aufgewertet.
 
Die Ausgaben für den Eigenanteil an den Grunderwerbkosten und den Renaturierungsarbeiten werden sich in den nächsten Jahren für die Stadt Löhne bezahlt machen: Innerhalb der jetzt städtischen Flächen durch die östlich angrenzenden ehemals landwirtschaftlich genutzten Flächen kann sich der Siemshofer Bach künftig frei entwickeln.

siemshofer-11Uferabbrüche und Verlagerungen des Gewässerverlaufes können problemlos hingenommen werden. Die angrenzenden tief liegenden Uferbereiche dürfen je nach abfließender Wassermenge überfluten oder trockenfallen, eine typische Bach begleitende Ufervegetation kann und soll sich einstellen.
 
Ausgaben zum Beispiel für die Sicherung der steilen Böschungen in dem schmalen und stark eingetieften alten Bachlauf oder Aufwendungen für die Freihaltung des extrem eingeengten alten Bachprofils zwecks Sicherung eines schadlosen Wasserabflusseses entfallen in Zukunft.