Bünde

Neue Else, Hunnebrock, Nienburger Mühle: Fischpass

Kommune:
Stadt Bünde, Ortsteil Hunnebrock nördlich der Dürer Straße an der Nienburger Mühle

Gewässer:
Neue Else, Gewässerkennzahl (GWK) 46674, Gewässer-Station 1+470 - 1+530

Art der Maßnahme:
Anlage eines Fischpasses zur Wiederherstellung der ökologischen Längsdurchgängigkeit an der Neuen Else.

nienburger-fischpass1April 2010: Blick auf den Fischpass an der Neuen Else (rechts) und den in 2006 renaturierten Abschnitt vom Werfer Bach (links).
 
Einleitung:
Die Neue Else, die als Bypass von der Else abzweigt, weist an der Nienburger Mühle einen etwa 1,10 m hohen Sohlabsturz auf. An dieser Stelle ist die ökologische Durchgängigkeit vollständig unterbrochen. Im Unterwasser hat sich mittlerweile ein großer Kolk ausgebildet. Etwa 20 m weiter talwärts mündet der Werfer Bach in die Neue Else ein. Folglich ist nur eine aufwärts gerichtete Wanderung über das Gewässersystem des Werfer Baches möglich. Nachteilig wirkt sich jedoch die fehlende bzw. mangelhafte Lockströmung für den Werfer Bach aus. Schließlich stammt die Hauptwassermenge von der Neuen Else.

nienburger-fischpass2April 2010: Blick auf die Nienburger Mühle und den hohen Sohlabsturz. Im Vordergrund ist der breite Kolk zu erkennen, in den der Werfer Bach von links einmündet.
 
Ziel und Umsetzung der Maßnahme:
Ziel der wasserbaulichen Maßnahme ist es, die Längsdurchgängigkeit an der Neuen Else wieder herzustellen. Um die insgesamt 1,10 m Höhendifferenz auf einer Strecke von rund 60 m zu überbrücken, findet der Bau eines Fischpasses Anwendung. Bei dieser Art des Bauwerkes müssen letztendlich alle 6 m bis zu 0,10 m abgefangen werden. Dazu werden in einen Abstand von 6 m Querbauwerke in Form von dicht aufgestellten Findlingen auf die neue Sohle aufgebracht. In den so entstehenden Kammern werden jeweils 10 cm Höhendifferenz abgebaut. Das Wasser strömt über vorhandene Lücken, die pro Strang so versetzt angeordnet sind, dass die Fließachse unterbrochen wird und somit der Wasserspiegel im Becken weiter ansteigt. Quer zur Fließrichtung eingebaute Baumstämme haben den gleichen Effekt.
Ganz entscheidend für den Erfolg der ökologischen Durchgängigkeit am Fischpass ist die Lockströmung, die ab dem Kolk unterhalb des Sohlabsturzes über den Werfer Bach in Richtung Beckenpass der Neuen Else wirken muss. Erst wenn die stromaufwärts in den Kolk einwandernen Organismen diese wahrnehmen, können sie sich weiter Bach aufwärts bewegen. Über den Werfer Bach gelangen sie entweder in den Werfer Bach oder über die höhere Fließgeschwindigkeit in die Neue Else. 

nienburger-fischpass3Mai 2010: Bei der Herstellung des Fischpasses wird eine Reihe Findlinge alle 6 m eng gesetzt. Dazu werden Baumstämme quer zur Fließrichtung eingebaut, um den Wasserspiegel anzuheben.
 
nienburger-fischpass4Mai 2010: Inzwischen ist der Beckenpass fertig gestellt und das Wasser strömt zwischen den großen Steinen hindurch.
 
nienburger-fischpass5Juni 2010: Blick talwärts auf den Fischpass. Deutlich zu erkennen ist die Strömung, die zwischen den Blöcken konzentriert  verläuft.
 
nienburger-fischpass6Juni 2010: Inzwischen sind auch aus der Nachbarschaft her stammende Kinder auf die Lebewesen im Fischpass aufmerksam geworden.
 
nienburger-fischpass7Oktober 2010: Pflanzung von mehreren standorttypischen Kleinbäumen und Sträuchern.