Bünde

Ostbach, Ortsteil Spradow, Herzogweg: Sohlgleite

Kommune:
Stadt Bünde, Ortsteil Spradow, Straße Herzogweg

Gewässer:
Ostbach

Art der Maßnahme:
Wiederherstellung der Längsdurchgängigkeit durch den Bau einer rauen Sohlgleite.

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Januar 2008:
Nach Fertigstellung der wasserbaulichen Maßnahme ist die Durchgängigkeit für wandernde Organismen wieder hergestellt.

 
Einleitung:
Im Bereich vom Straßendurchlass "Herzogweg" weist der Ostbach einen etwa 60 cm hohen Sohlabsturz auf. Zwischen Ober- und Unterwasser ist somit ein Austausch von wandernden Organismen nicht mehr möglich. Mittlerweile hat sich bereits ein Tiefenkolk mit etwa 1,2 m Tiefe ausgebildet, deren Ausmaße weiter zunehmen. Bach abwärts ist die rechte Seite mit einem dichten Gehölzsaum bestanden. Auf der gegenüberliegenden Uferseite stehen hingegen keine Gehölze, so dass hier der Stromstrich auf die Böschungen gelenkt wird. Demzufolge "arbeitet" sich der Bach zunehmend in die Grünlandparzelle hinein und hinterlässt z.T. steile Böschungen.

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November 2007:
Der ca. 60 cm hohe Sohlabsturz unterhalb vom Straßendurchlass. Hier hat sich bereits ein Tiefenkolk ausgebildet.

 
Ziel und Umsetzung der Maßnahme:
Ziel der wasserbaulichen Maßnahme ist es, den Sohlabsturz durch eine raue Sohlgleite zu kompensieren. Dabei soll die raue Gleite ca. 10 cm höher als die Betonsohle vom Straßendurchlass hergestellt werden. Infolgedessen kann sich Sediment im Durchlass anreichern. Aus hydraulischer Sicht ist es notwendig, versetzte Pfahlreihen in die Bachsohle einzutreiben. Da der Bach in diesem Abschnitt ohnehin ein recht starkes Gefälle besitzt, ist es erforderlich die Gleite bis auf eine Länge von ca. 40 m zu bauen. Im Querschnitt weist die raue Sohlgleite eine Muldenform auf, damit sich in der Mitte eine Niedrigwasserrinne ausbilden kann. Die Flanken müssen mit größeren Steinen ausgekleidet werden, so dass die Anrampung nicht hinterspült werden kann. Anschließend wird Feinmaterial in die entstandenen Lücken zwischen den Wasserbausteinen eingebracht. So fließt der Bach bereits nach Fertigstellung der Maßnahme oberirdisch und schafft zudem eine bessere Verkeilung zwischen den Steinen mit unterschiedlicher Korngröße.

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November 2007:
Eine versetzt angeordnete Doppelpfahlreihe wird in die Bachsohle getrieben.

 
ImageNovember 2007:
Die Pfahlreihen haben einen Abstand von etwa 5 m und dienen als Widerlager zwischen den Steinen.
 
ImageDezember 2007:
Das Material (Wasserbausteine, Schotter und Fichtenpfähle) wurde seitlich vom Herzogweg abgekippt.
 
ImageDezember 2007:
Die Wasserbausteine werden per Hand in die richtige Position gebracht, um die Rauhigkeit zu erhöhen.
 
ImageDezember 2007:
Blick Bach abwärts auf die mit Wasserbausteinen angehobene Bachsohle.
 
ImageDezember 2007:
In die Kammern zwischen den Pfahlreihen werden die Steine eingebaut.
 
ImageJanuar 2008:
Die Böschungsfüße sind mit dicken Steinen versehen. Feinmaterial in Form von Schotter (0/32 mm) wird anschließend eingebracht.
 
ImageJanuar 2008:
Blick Bach abwärts auf die fertig gestellte Sohlgleite. Die Pfahlköpfe sind nicht mehr zu erkennen.