Bad Oeynhausen

Meerbruchbach, OT Eidingsen: Bachverlegung, Sohlgleite, Offenlegung

Kommune:
Stadt Bad Oeynhausen, OT Eidingsen zwischen „Von Puttkammer Straße“ und „Zur Bauernwiese“

Gewässer:
Meerbruchbach (Gewässersystem Kaarbach), Gewässerstationierung 0+300 – 0+600

Art der Maßnahme:
Teilverlegung des Baches durch Herstellung kleiner Gewässerbögen, Anlage einer rauen Sohlgleite und Offenlegung an einem kurzen Abschnitt vom Zulauf.

Oktober 2009: Nach Abschluss der wasserbaulichen Maßnahme verläuft der Bach nun in einen geschwungenen Verlauf durch den Talkorridor.
 
Einleitung:
Inmitten eines Gewerbegebietes mit eingelagerten Wohngebäuden verläuft der Meerbruchbach durch ein schmales Talband. Der Verlauf ist gestreckt und das Bachprofil weist ein monotones Trapezprofil auf. Zudem gibt es im oberen Abschnitt einen etwa 40 cm tiefen Sohlabsturz. Noch stärker ökologisch beeinträchtigt ist der Zulauf aus Richtung Norden. Auf den letzten etwa 8 m bis zur Einmündung in den Hauptlauf ist er verrohrt (DN 300) und auf einer Länge von ca. 80 m grenzt ein Fichtenwäldchen unmittelbar an den Bach heran.

Ziel und Umsetzung der Maßnahme:
Zur Erhöhung der Strukturvielfalt und zur Initiierung eigendynamischer Prozesse ist eine Teilverlegung des Gewässers nach Süden beabsichtigt. Durch die Anlage einzelner Gewässerbögen wird eine Pendelbewegung des fließenden Wassers vorgegeben. Dadurch soll eine natürliche Breitenentwicklung weiter gefördert werden. Der anfallende Boden zur Herstellung der Bögen wird zur Verfüllung der überflüssigen, gestreckten Bachabschnitte verwendet. Überschüssiger Boden wird per 5 m³ Mulden abgefahren und fachgerecht entsorgt. Zudem wird eine raue Sohlgleite angelegt, um eine Längsdurchgängigkeit weiter Bach aufwärts wieder zu ermöglichen.
Am Nebenarm wird die 8 m lange Verrohrung durch eine kurze Verlegung nach Osten umgangen. So konnte die alte Schwarzerle, die unmittelbar über den verrohrten Abschnitt stockt erhalten bleiben. Darüber hinaus wird der Fichtenbestand gefällt, um der natürlichen Vegetation Platz zu machen. Auf der freigeräumten Fläche werden anschließend standorttypische Sträucher und Bäume in kleinen Gruppen gepflanzt.

März 2009: Blick talwärts auf den gestreckten Bach und den schmalen Talkorridor, der bereits vor einigen Jahren hergerichtet wurde.
 

März 2009: Blick Bach aufwärts auf den Zulauf. Hier wird gerade der Fichtenbestand gefällt.

 
Juli 2009: Hier wurde die Umgehung der kurzen Verrohrung am Nebenarm durchgeführt. Um die Wurzeln der Schwarzerle nicht stärker zu schädigen, wurde der Bach in einen kleinen Bogen um den Baum herum ausgekoffert. Unmittelbar danach mündet er in den Hauptlauf ein, der rechts fließt.
 
August 2009: Mit einen Minibagger wurden die Gewässerbögen ausgekoffert und knapp die Hälfte des anfallenden Bodens musste per Raupenkipper zu den Mulden (im Bildhintergrund) gefahren werden.
 
August 2009: Ein Teil des anfallenden Bodens wird zur Verfüllung des alten Bachabschnittes verwendet. Die Arbeitsrichtung erfolgt rückwärts, da die Platzverhältnisse sehr beengt sind.
 
August 2008: Um ein Widerlager in der rauen Sohlgleite zu erzeugen, werden zunächst versetzte Pfahlreihen in den Boden geschlagen. Erst danach erfolgt der Aufbau mit Wasserbausteinen und Schotter.
 
August 2008: Die Längsdurchgängigkeit Bach aufwärts wurde durch die raue Sohlgleite wieder hergestellt. Von links mündet ein weiterer Zulauf in das Hauptgerinne.