Bad Oeynhausen

Borstenbach, Alter Rehmer Weg: 1. Bauabschnitt

Kommune:
Stadt Bad Oeynhausen, OT Rehme zwischen Alter Rehmer Weg und Autobahnzubringer BAB30

Gewässer:
Borstenbach, 1. Bauabschnitt, Gewässerstationierung 0+280 - 0+490

Art der Maßnahme:
Aufweitung des Bachbettes durch Rückbau einer Ufermauer, Beseitigung von wildem Uferverbau und Abflachen der Ufer. Fällung von Fichten und Pflanzung von standortgerechten Gehölzen.

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November 2007:
Das deutlich aufgeweitete Bachbett im Bereich des Spielplatzes, südlich der Straße "Alter Rehmer Weg".
 
Einleitung:
Im Ortsteil Rehme durchfließt der Borstenbach ein dichtes Wohnbaugebiet. Hier hatten die Bachanrainer in der Vergangenheit ihre nutzbaren Gartengrundstücke ausgedehnt und dabei den Bach zunehmend eingeengt. Diese Form der Landgewinnung war eine wesentliche Ursache für das Ausmaß des Hochwassers vom 18. Mai 1997. Die enormen Wassermassen konnten angesichts der Verkleinerung des Abflussquerschnittes nicht mehr komplett abgeführt werden. Verstärkend kam hinzu, das mit dem Hochwasser mitgeführtes Treibgut mehrere hydraulische Engstellen verstopfte. Es kam zu Rückstauungen und letztendlich zu großflächigen Überflutungen im Bachumfeld. Zahlreiche Keller und Erdgeschosse wurden überflutet, so dass ein hoher volkswirtschaftlicher Schaden entstand.

Im Jahre 2005 wurden durch das WWE-Projekt auf einer Länge von ca. 600 m wasserbauliche Maßnahmen zur Aufweitung des Bachauenquerschnittes durchgeführt. Zur Förderung der eigendynamischen Entwicklung hatte man den wilden Uferverbau zurückgebaut und die ehemalige Bodenaufhöhung der Aue zurückgenommen. Erste positive Entwicklungen zeigten sich bereits zwei Jahre später. Stellenweise kam es zu gewünschten Böschungsabbrüchen, Materialumlagerungen, Inselbildungen und im Bereich der Gehölzpflanzungen hat sich vermehrt Treibgut mit verdrifteten Tieren und Pflanzenteilen abgelagert.

Auf den letzten knapp 500 m bis zur Einmündung in die Weser existiert jedoch noch ein hydraulischer Engpass, der durch ein beidseitiges Mauerwerk resultiert. Darüber hinaus gibt es insgesamt 2 Sohlabstürze, die den Organismenaustausch zwischen Weser und Borstenbach unterbinden. Stellenweise ist die Bachaue mit Fichten bestanden und einzelne Bachabschnitte sind mit wildem Uferverbau fixiert.

Ziel und Umsetzung der Maßnahme:
Zur ökologischen Längsdurchgängigkeit zwischen Weser und Borstenbach sowie zur Förderung der eigendynamischen Entwicklung ist es notwendig, die Sohlabstürze durch raue Sohlgleiten zu kompensieren. Gleichzeitig werden der hydraulische Engpass sowie der abschnittsweise Böschungsverbau beseitigt. Ferner ist vorgesehen, die Fichten in der Bachaue zu fällen und die entstandenen Lücken mit Schwarzerlen sowie standorttypischen Sträuchern und Kleinbäumen zu bepflanzen.

ImageJanuar 2007:
Der hydraulische Engpass resultiert aus dem beidseitigen Mauerwerk sowie den beiden Regenwassereinleitungen.
 
ImageOktober 2007:
Zunächst musste das Baufeld frei geräumt werden. In diesem Abschnitt weist der Bach lediglich eine Breite von 1,60 m auf!
 
ImageNovember 2007:
Mit Hilfe eines Minibaggers wird zunächst das rechtsseitige Mauerwerk komplett entfernt.
 
ImageNovember 2007:
Danach wird das recht steile Ufer auf einer Länge von ca. 1 m bis auf das Sohlniveau ausgebaggert und die Böschung mit einer Neigung von ca. 1 : 2 abgeflacht.
 
ImageNovember 2007:
Die Logistik auf der Baustelle klappt einwandfrei. Innerhalb eines Tages werden insgesamt vier Mulden mit Bauschutt und Boden per Raupenkipper gefüllt und noch am gleichen Tag fachgerecht entsorgt.
 
ImageNovember 2007:
Blick gegen die Fließrichtung auf die deutlich zurück genommene Böschung.
 
ImageDezember 2007:
Blick gegen die Fließrichtung. Durch die Beseitigung von wildem Uferverbau auf der linken Seite wurde das Bachbett deutlich aufgeweitet.
 
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Dezember 2007:
Nach Beendigung der Erd- und Rückbauarbeiten wurden Bäume und Sträucher gepflanzt.  Angesichts der milden Witterung wurde bereits eine Graseinsaat vorgenommen.